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ARCHIVE IM INFORMATIONSZEITALTER

WEITERBILDUNG MIT ZERTIFIKAT

Archive stehen vor einem Paradigmenwechsel. Digitalisierung, elektronische Medien und Webtechnologien erzwingen neue Archivierungsstrategien. Gleichzeitig gilt es, historische Bestände vor dem Verfall zu bewahren und zu erhalten. Ferner bildet die Generierung von mündlichen Quellen im Rahmen der Oral History und die Herausforderung diese auszuwerten und zu sichern einen Schwerpunkt des Programms. Dafür ist u. a. das Visual History Archive der FU Berlin in das Zertifikatsprogramm eingebunden. Im Archiv des Jüdischen Museums in Berlin werden die Teilnehmer/innen selbst einen Zeitzeug/innen-Workshop durchlaufen.

Archive müssen sich in der Öffentlichkeit präsentieren und die „Schätze des Archivs" sowie ihre spezifischen Kernaufgaben nach außen hin sichtbar machen. Daraus ergeben sich aber gleichzeitig neue Chancen eigene Ziele zu entwickeln, die im Einstiegsseminar diskutiert werden sollen. Als probates Mittel der Eigenwerbung bieten sich zum Beispiel Ausstellungen an, die aktuelle historische Themen aufgreifen. Das vielfältige Aufgabenspektrum von Projektarbeit, Bewertung, Erschließung und Bestands-erhaltung wiederum verlangt eine effektive Pressearbeit und Kommunikation mit internen und externen Partner/innen sowie Instrumente öffentlichkeitswirksamer Vermittlung. Denn der gesellschaftliche Anspruch des „Lebenslangen Lernens" fordert von Archiven Bildungskonzepte sowohl für historisch interessierte Besucher/innen als auch archivpädagogische Maßnahmen für Schüler/innen. Neu im Programm ist ein Modul zum Thema Archivbau: Planung, Ausstattung und Umzug von Archiven.

In allen hier genannten Bereichen können Rechtsfragen für die archivische Praxis relevant werden. Für diese Aspekte beinhaltet die Weiterbildung ein eigenes Modul Urheberrecht und Persönlichkeitsrecht in Archiven.

Das Weiterbildungsprogramm vermittelt Kenntnisse, die Archivar/innen in der Praxis effektiv umsetzen können und verbindet dabei die Bestandserhaltung, den Umgang mit der Digitalisierung und die Öffentlichkeitsarbeit miteinander. Denn einerseits sensibilisiert die Historische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit für bestandserhaltende Maßnahmen. Andererseits profitiert die Erinnerungsarbeit speziell im Rahmen von Ausstellungen sowie lebensgeschichtlichen Video- und Audio-Interviews von restaurierten und vor allem digitalisierten Archivalien. Vor diesem Hintergrund ist es das Ziel, Archive als Einrichtungen der Geschichts- und Erinnerungskultur im digitalen Zeitalter zu manifestieren und im gesellschaftlichen Bewusstsein zu verankern. Denn die Wahrnehmung der Archive und ihrer Fachkompetenzen in der Öffentlichkeit wird in einer Zeit des Medienumbruchs über ihre Zukunft entscheiden!

Nicht zuletzt ist das Programm am Weiterbildungszentrum der Freien Universität Berlin ein Forum für Teilnehmerinnen und Teilnehmer, ihre Erfahrungen und Ideen auch untereinander auszutauschen und Netzwerke zu bilden, die über die Dauer der Weiterbildung hinaus eine nachhaltige Möglichkeit gegenseitiger Beratung bieten können. Die Weiterbildung kann kein Ersatz für eine grundständige Archivarsausbildung sein.

Das nächste Programm wird im Frühjahr 2021 starten.